Das Rektorwohnhaus

Das Rektorwohnhaus neben der Altstädter Schule ist eines der wenigen Beispiele des modernen Einzelhausbaus von otto haesler. Baugeschichtlich ist das damalige Wohnhaus ein Anziehungspunkt für Liebhaber der avantgardistischen Architektur.

Bürgerliches Wohnen im Stil des Neuen Bauens

Das Rektorwohnhaus in Celle von außen

Große Einfamilienhäuser zu unwirtschaftlich

Parallel zum Bau der Altstädter Schule in den Jahren 1926 bis 1928 entstand in der Südwestecke des Schulgeländes das Wohnhaus für den Rektor der Schule. Während otto haesler von 1906 bis 1920 zahlreiche Villen und Einfamilienhäuser in Celle und Umgebung gebaut hatte, lehnte er danach den Bau von großen Einfamilienhäusern auf Grund der zu hohen Kosten im Vergleich zu Mehrfamilienhäusern als unwirtschaftlich ab. Das Rektorwohnhaus gehörte allerdings zum Gesamtauftrag der Altstädter Schule und so nahm haesler sich auch diesem Projekt an.

Quadratisch. Praktisch. haesler

Das Gebäude ist aus mehreren Kuben zusammengesetzt und bietet drei Wohnräume im Erdgeschoss sowie die Schlafräume im Obergeschoss. Mit den ineinander geschobenen Würfeln, Flachdächern, Übereckfenstern und den variierenden Fensterformen sowie dem Freisitz im ersten Obergeschoss passt es vom Stil hervorragend zum eigentlichen Schulgebäude. Im Gegensatz zur Schule weist das Rektorwohnhaus allerdings eine nach allen Seiten unterschiedliche Fassadenstruktur auf, so dass das Einfamilienhaus wie eine abstrakte kubische Plastik wirkt.

Heute wohnt in dem Gebäude nicht mehr die Rektorin der Altstädter Schule. Es befindet sich im Besitz des Landkreises Celle und ist mit den später angefügten Anbauten selbst zur Schule umfunktioniert worden. Zurzeit wird es vom Kaiserin-Auguste-Viktoria Gymnasium genutzt.

Rektorwohnhaus
© Stadtarchiv Celle
Rektorwohnhaus, Schulhof
© Stadtarchiv Celle
Das Rektorwohnhaus in Celle
© Stadtarchiv
Modell vom Rektorwohnhaus in Celle
© Dr. Wulf Haack

Farbigkeit war haesler wichtig

In dem Haus befindet sich noch vieles im Originalzustand wie beispielsweise das große Übereck-Kastenfenster im Erdgeschoss. Viel Wert hatte otto haesler auf die Farbigkeit gelegt und auch hier den Dekorationsmaler Karl Völker mit der Erstellung eines Farbkonzeptes beauftragt. Sowohl für die Fassade als auch für die Innenräume. Leider gingen die original Farben im Laufe der Jahre verloren.

Da die Fassade des ehemaligen Rektorenhauses starke Rissbildungen aufwies, kam es im Jahr 2005 zu einer Sanierungsmaßnahme, in deren Rahmen es gelungen ist, die alte Farbgebung der Fassade zum Teil wieder zu rekonstruieren. So erhielten die Fenster einen dunkelgrünen, die Blenden einen grauen und die Dachunterseiten einen roten Anstrich. Die Deckenfläche des Balkons wurde ebenfalls rot gestrichen. Durch diese farblichen Akzente kommt die besondere Architektur des Hauses wieder besser zur Geltung. 

Raub der Flammen

Im Februar 2009 kam es zu einem Brand im Gebäude. Zwei Schüler des Kaiserin-Auguste-Viktoria Gymnasiums wurden später der Brandstiftung beschuldigt. Dank der schnellen Reaktion der Celler Feuerwehr konnte das Gebäude gerettet werden. Allerdings kam es in den Innerräumen zu umfangreichen Schäden durch die Rauchgase und das Löschwasser. Alle betroffenen Baustoffe, vorwiegend Wand- und Bodenbeläge, mussten erneuert werden. Im Vorfeld der Bauarbeiten wurde ein Farbgutachten für die Innenräume erstellt, aufgrund dessen das Treppenhaus nach dem Brand wieder die originale Farbgebung in weiß und rot erhielt.

Brand im Rektorwohnhaus in Celle
© Dr. Wulf Haack

Stiftung möchte touristische Nutzung forcieren

Rektorwohnhaus

Schon lange bemüht sich die otto haesler stiftung darum, das Rektorwohnhaus zu einem weiteren touristischen Anlaufpunkt auszubauen, in dem die Besucherinnen und Besucher  das bürgerliche Wohnen im Stil des modernen Bauens der 20er Jahre erleben können. Da die Schulnutzung des Rektorenhauses inzwischen etwas zurückgegangen ist, hat der Landkreis Celle das Treppenhaus sowie die drei Wohnräume im Erdgeschoss der otto haesler stiftung überlassen.

"bauhausSchauhaus" macht Bauhaus-Architektur erlebbar

Modell vom Rektorwohnhaus in Celle
© Dr. Wulf Haack

Heute kümmert sich die Bürgerinitiative "bauhausSchauhaus" otto haeslerum den Erhalt des Gebäudes und möchte einen Beitrag leisten, die Bauhausarchitektur in Celle auch für Touristen bekannt zu machen. Daher soll mit Spenden aus der Bevölkerung unter dem Motto "bauhausSchauhaus" das Rektorwohnhaus als Treffpunkt für Bauhaustouristen eingerichtet werden, mit Möbeln aus der Bauhauszeit und den knallfarbigen Wandanstrichen aus der Erbauungszeit.

Zurück zum Original

Die Möblierung im Stil der 20er Jahre ist bereits vorhanden. Sie stammt teils aus dem Privatbesitz von otto haesler selbst, aus Celler Familienbesitz sowie einer umfangreichen Privatsammlung. Zurzeit laufen der Rückbau der Räume und die Wiederherstellung des Originalzustands gemäß der wiederentdeckten Farbigkeit.

Ziel ist es in Zukunft, die wieder in den Originalzustand versetzten und zeitgemäß ausgestatteten Wohnräume des Rektorenhauses der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Plattenspieler für das Rektorwohnhaus in Celle
© Dr. Wulf Haack

Informationen zum Gebäude

Wo befindet sich das Rektorwohnhaus

Das Rektorwohnhaus befindet sich in der Sägemühlenstraße 7 in 29221 Celle.

Lage anzeigen
Kann das Rektorwohnhaus von innen besichtigt werden

Derzeit ist eine Besichtigung des Rektorwohnhauses nicht möglich.

bauhausSchauhaus

Sie möchten das Projekt "bauhausSchauhaus" unterstützen und möchten spenden:

Otto Haesler Stiftung
IBAN DE11 2575 0001 0091 9466 08
Verwendungszweck „Freundeskreis Rektorenhaus“

Bürgerinitiative BauhausSchauhaus: Otto Haesler c/o Dr. Wulf Haack, 29227 Celle, Eichhorstr.15
www.bauhaus-celle.de

 

Wie kann eine Bauhaus-Führung gebucht werden

Stellen Sie Ihre Anfrage beim Gästeführungsdienst der Celle Tourismus und Marketing GmbH.

Gästeführungsdienst
Markt 14 - 16
29221 Celle
Tel.: +49 5141 9090816
Fax: +49 5141 90908710
fuehrungen@celle-tourismus.de

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Alle Infos zu den Touren und vielfältigen Möglichkeiten, das Neue Bauen in Celle zu erleben, bietet der Infoflyer „otto haesler Touren“, den Sie hier in deutscheroder englischer Ausgabe herunterladen können.