© Marcus Jacobs

Das otto haesler museum

Das otto haesler museum ist eines der Highlights auf einer Bauhaus-Tour durch Celle. Das Museum liegt in der Siedlung Blumläger Feld, die auch von haesler errichtet wurde. Im Museum sind original erhaltene und eingerichtete Arbeiterwohnungen der 50er Jahre ausgestellt, was es in Deutschland einzigartig macht.

Museum am Originalschauplatz

Siedlung Blumläger Feld in Celle
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Eine Stiftung legt den Grundstein

Im Jahr 1999 hat der Rat der Stadt Celle die otto haesler stiftung gegründet. Zweck der Stiftung ist es, das künstlerische und wissenschaftliche Lebenswerk otto haeslers ideell zu betreuen und zu pflegen. Die Stiftung betreibt seit 2001 das haesler-museum im ehemaligen Wasch-, Bade- und Heizhaus der Siedlung Blumläger Feld am Galgenberg 13. Die Mitglieder der Stiftung betreuen ehrenamtlich das Museum und organisieren Führungen sowie eine Reihe von Veranstaltungen.

Den Geist der Zeit hautnah spüren

Im Museum wird das Schaffen von otto haesler durch Fotos, Zeichnungen und Erklärungen präsentiert. Noch heute beeindrucken die alten Schilder, die den Betrieb im Wasch- und Badehaus der Siedlung Blumläger Feld regelten. Im kleinen Hausmeisterbüro, hier wurde auch die Miete in bar bezahlt, spürt man regelrecht noch die Macht des Hausmeisters in den frühen Jahren der Siedlung. Das Zentrum des Museums bildet der ehemalige Waschsaal, in dem immer noch die ursprünglichen Waschzuber an ihren Plätzen stehen. In der Ecke steht eine Waschmaschine aus den 30er Jahren: das Wasser wurde durch ein Holzfeuer erwärmt, die Trommel drehte sich jedoch schon mit Hilfe eines Elektromotors.

Hausmeisterzimmer im Haeslermuseum Celle
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Zeitgeschichte in echten Museumswohnungen

Museumswohnungen in der Siedlung Blumläger Feld in Celle
Wohnraum im Haeslermuseum Celle
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Tauchen Sie ein in die Zeit, als die Siedlung gerade fertiggestellt war. Zum Museum gehören die Museumswohnungen im benachbarten Block Rauterbergweg 1, der bei der großen Sanierungs- und Umbaumaßnahme der Siedlung Blumläger Feld Anfang des neuen Jahrtausends in seiner ursprünglichen Form erhalten blieb. Hier wird das Gefühl, der damaligen Zeit erst so richtig lebendig. In der Museumswohnung kann man ohne Berührungsängste oder Absperrbänder nachempfinden, wie die Menschen in den 30er Jahren ihren Alltag verbracht haben.

Küche im Haeslermuseum Celle
© Marcus Jacobs
Stromzähler im Haeslermuseum Celle
© Marcus Jacobs

Fokus auf hohe Funktionalität

Die Wohnung im Zustand von 1931 bot ihren Bewohnern bereits fließend Kaltwasser, Zentralheizung und Strom. Der Zeitensprung wird schon durch die Originalwohnungstür mit integriertem Briefschlitz und Drehklingel symbolisiert. Mit einem pfiffigen Grundriss wiesen die kleinen Wohnungen eine hohe Funktionalität auf. Ermöglicht wurde dies auch durch maßgeschneiderte Einbaumöbel, wie zum Beispiel den Küchenschrank oder den Raumteiler im Elternschlafzimmer, der neben reichlich Stauraum auch noch ein Waschbecken mit fließendem Kaltwasser beherbergte.

Alle Wohnungen verfügten über eine Toilette mit Wasserspülung. Praktisch war auch das Bügelbrett zum Ausklappen, das auf die Speisekammertür montiert war. Deshalb befand sich auch die einzige Steckdose der Wohnung in der Küche. Strom gab es übrigens nur, wenn der Stromzähler mit Groschen gefüttert wurde.

Zahlreiche original Exponate

Viele Originalteile aus den 30er Jahren haben ihren Weg in die Museumswohnung gefunden. Das Prachtstück befindet sich im Wohnzimmer: ein Radio mit einem großen separaten Lautsprecher.

Bis 1933 verfügte nur die Familie, die damals in der heutigen Museumswohnung lebte, über ein Radio in der Siedlung. Bei besonderen Sendungen soll der Familienvater den Lautsprecher in das offene Fenster gestellt haben, damit die Nachbarn, die sich vor dem Fenster versammelten, mithören konnten.

Exponate aus dem Haeslermuseum Celle
© Marcus Jacobs
Ausstellungsraum im Haeslermuseum Celle
© Marcus Jacobs
Badehaus in der Siedlung Blumläger Feld in Celle
© Stadtarchiv Celle
Küche im Haeslermuseum Celle
© Marcus Jacobs

Welchen Beruf hatte der Ehemann?

Da das Museum am Galgenberg in die Jahre gekommen ist, wird es derzeit komplett überarbeitet und ist noch geschlossen. Die Wiedereröffnung ist für Mitte Mai 2019 geplant. Im Laufe der Jahre sind viele Exponate hinzugekommen, die noch entsprechend aufgearbeitet und in die Sammlung integriert werden.

In Zukunft rücken neben den Ausstellungsstücken auch die sozialen Hintergründe stärker in den Fokus und auch der Alltag in den Siedlungen wird noch lebendiger dargestellt: Wo waren die Knackpunkte, wenn so viele Familien auf engem Raum zusammenlebten? Was hat den Zusammenhalt gestärkt? Welche Baumängel haben genervt? Wurden alle Wohnungen über die Fernwärmeleitung gut beheizt? Wer hat in einzelnen Wohnungen gelebt? Welchen Beruf hat der Ehemann ausgeführt? Haben die Frau und die Kinder durch Heimarbeit etwas dazu verdient? Welche Möglichkeiten der Heimarbeit gab es Anfang der 30er Jahre überhaupt in Celle?

Viele Fragen, auf die es im otto haesler museum bald eine Antwort geben wird.

Wiedereröffnung im Mai 2019

Das Museum wird am 11. Mai 2019 wieder eröffnet. Mit seiner original erhaltenen und eingerichteten Arbeiter-Bauhaus-Wohnung, einer Arbeiterwohnung im Einrichtungsstand der 50er Jahre, einer Flüchtlingsunterkunft des Jahres 1945, einem original Wasch- und Badehaus Baujahr 1931 und einer umfangreichen Fotoausstellung über das Leben in einer Arbeiter-Bauhaussiedlung ist dieses Museum einmalig in Deutschland. Ein Besuch ist also Pflicht für jeden Bauhaus-Interessierten.

Das Haeslermuseum in Celle
© Stadtarchiv Celle

Informationen zum Gebäude

Wo befindet sich das otto haesler museum

Das otto haesler museum befindet sich im Galgenberg 13 in 29221 Celle.

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Öffnungszeiten otto haesler museum

Mittwoch - Sonntag: 13:00 - 18:00 Uhr
Eintritt frei - Spenden erbeten.

Wie kann eine Bauhaus-Führung gebucht werden

Stellen Sie Ihre Anfrage beim Gästeführungsdienst der Celle Tourismus und Marketing GmbH.

Gästeführungsdienst
Markt 14 - 16
29221 Celle
Tel.: +49 5141 9090816
Fax: +49 5141 90908710
fuehrungen@celle-tourismus.de

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Alle Infos zu den Touren und vielfältigen Möglichkeiten, das Neue Bauen in Celle zu erleben, bietet der Infoflyer „otto haesler Touren“, den Sie hier in deutscheroder englischer Ausgabe herunterladen können.